Bekannte Persönlichkeiten aus Niederroßla - Wasserburg Niederroßla

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BEKANNTE PERSÖNLICHKEITEN

Bekannte Persönlichkeiten aus Niederroßla

Johann Gottlob Samuel Schwabe (1746 - 1835)
Johann Gottlob Samuel Schwabe (* 27. November 1746 in Niederroßla bei Weimar; † 20. September 1835 in Weimar) war ein deutscher Philologe, Gymnasiallehrer und Schulrat

Johann Gottlob Samuel (auch J. Samuel Gottlob) Schwabe wurde als neuntes von zehn Kindern eines Pfarrers in Niederroßla geboren. Nach Privatunterricht durch seinen Vater besuchte er 1762–65 das Gymnasium in Weimar und studierte danach fünf Jahre vornehmlich alte Sprachen an der Universität Jena. In dieser Studienzeit veröffentlichte er bereits eine Abhandlung in lateinischer Sprache und eine Übersetzung des Theokrit. So wurde ihm im letzten Semester eine Vorlesung über Horaz gestattet, obwohl er noch nicht promoviert war.

Im Mai 1770 erhielt Schwabe eine Anstellung als Akzessist („Anwärter“) an der herzoglichen Bibliothek und am Münzkabinett in Weimar. Dabei nutzte er die Möglichkeit zu weiteren Studien der „altklassischen“ Literatur und Geschichte. Wegen der geringen Besoldung (100 Kaisergulden im Jahr) musste er noch Privatunterricht geben und von seinem älteren Bruder (Traugott Leberecht Schwabe. 1737 – 1812) unterstützt werden. 1774 wechselte er an die lateinische Stadtschule in Buttstädt und blieb hier zwölf Jahre Lehrer und Rektor. Angebote nach Riga. Merseburg und Halle (Saale) lehnte er ab, weil er zurück nach Weimar wollte.

Diese Berufung erhielt er 1786, wurde Konrektor am Wilhelm-Ernst-Gymnasium, unterrichtete vor allem Latein und Geschichte und schied Ende Juni 1824 durch „Versetzung in den Ruhestand mit vollem Gehalt“ aus dem Dienst. Er war 50 Jahre mit Johanna Elisabetha Emiliana Ehrenmutha geb. Mirus (1750 – 1824) verheiratet, die in Rastenberg aufwuchs. In den letzten Jahren lebte er durch eine starke Augenschwäche sehr eingeschränkt, starb am 20. September 1835 in Weimar und erhielt eine feierliche Bestattung. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Historischen Friedhof an der Mittelmauer.

Schwabe hat als Lehrer in Buttstädt und Weimar etwa 1200 Schüler unterrichtet und davon einige für die akademische Ausbildung vorbereitet. Sein wissenschaftlicher Ruf als Philologe beruht besonders auf den Arbeiten zum römischen Fabeldichter Gaius Iulius Phaedrus, die er 1781, 1806, 1822 und 1826 als Übersetzungen mit weiteren Ausführungen veröffentlichen ließ. Außerdem verfasste er etwa zwölf „Programme“ – meist in lateinischer Sprache – zur Verbesserung des Unterrichts, zwei Nekrologe und weitere Abhandlungen zu historischen bzw. lokalen Themen.
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